Die Kreuzotter

Beschreibung der Kreuzotter:

Nach ihrer Färbung bekamen diese Schlangen von der Bevölkerung seit Jahrhunderten Trivial-Namen. Die rötlich braunen Tiere nannte man Haselotter. Ihr wurde die geringste Giftigkeit nachgesagt. Die rötlichen Tiere wurden dem gemäß als Feuerottern oder Kupferottern benannt. Die schwarzen Tiere, nannte man Höllenotter. Letztgenannte Variante wurde und wird auch jetzt noch als besonders giftig und angriffslustig angesehen. Angeblich lebte sie hauptsächlich in Mooren.

Das konnte ich bei meinen Beobachtungen nicht bestätigen. In manchen Populationen finden sich mehr Schwärzlinge. In anderen fast überhaupt keine. Hierbei spielt offensichtlich die Höhenlage eine größere Bedeutung wie die Feuchtigkeit. Andererseits fand ich im Gebirge wiederum Populationen, in denen überhaupt keine Schwärzlinge vorkamen. In einigen Populationen werden die Schwärzlinge normal gezeichnet werden sie geboren. Dagegen werden sie in anderen Populationen schon schwarz geboren. Diese Schlange ist und bleibt rätselhaft.

Größe

Je nach Geschlecht und Lebensraum erreicht die Art eine Länge von 48 bis 80 Zentimeter. Dabei werden die Weibchen deutlich größer und schwerer wie die zierlicheren Männchen. Von verschiedener Seite wurde mir von einer Länge bis zu 100 Zentimetern berichtet. Leider habe ich noch keine Kreuzotter in dieser Größe gesehen. Bis dahin gehe ich von einer Falschbeobachtung aus. Sollte diese Länge wirklich vorkommen, wäre sie sicherlich schon dokumentiert worden.

Der ovale Kopf setzt sich nicht so stark ab wie bei der Aspisviper. Bei weitem auch nicht so stark wie bei der Hornotter. Über den Rücken verläuft in der Regel das typische Zickzackband. Dieses kommt besonders bei den kontrastreicher gefärbten Männchen schön zum Ausdruck.

Färbung

Überhaupt ist die Körperfärbung der Kreuzotter an Variabilität kaum von anderen Schlangen zu übertreffen. Man findet lackschwarze, kupferrote, gelbliche, silbergraue und fast einfarbig braune Exemplare. Gerade die Männchen der silbergrauen Form sind nach der ersten Häutung im Frühjahr mitunter geradezu wunderschön gefärbt. Die Augen sind fast rot und die Pupille ist zu einem senkrechten Schlitz verengt. Vereinzelt fand ich fast gelbe Weibchen. Diese stehen in ihrer Farbenpracht den Männchen kaum nach. Die Schnauzenspitze ist, wenn überhaupt, nur andeutungsweise aufgeworfen. Die Giftzähne sitzen im Oberkiefer in Schleimhautfalten und werden beim Biss nach vorne geklappt.

Wie bei vielen anderen Tieren auch, sind die Kreuzottern im nördlicheren Teil des Verbreitungsgebietes meist schwerer und auch länger wie die weiter südlich lebenden. Vermutlich können diese die längere Winterruhe besser überstehen. Auch viele andere Tierarten erreichen im Norden eine andere Größe wie im Süden ihres Verbreitungsgebietes. Denken wir nur an die Hirschkäfer, in unseren Breiten sind sie recht stattlich, im Süden dagegen Zwerge. Selbst die Hirsche selber erreichen im Norden Europas ein höheres Gewicht wie ihre Brüder im Süden. In den nördlichen Randbereichen ihres Verbreitungsgebietes, wie auch auf den Höhenzügen einiger Gebirge, stehen den Kreuzottern gerade einmal drei bis vier Monate Aktivitätszeit zur Verfügung. Sicher auch aufgrund ihrer Fähigkeit, unter diesen Bedingungen zu überleben, haben sie die letzte Eiszeit in großen Teilen Europas überdauern können.