Kurt Orth Die Vierstreifennatter (Elaphe quatuorlineata)

Mit Berücksichtigung der ähnlichen Arten, Östliche Vierstreifennatter (Elaphe sauromates und der Äskulapnatter (Zamenis longissimus) Inhaltsverzeichnis: Einleitung. Die verehrte Schlange. Körperbau. Beschuppung. Verbreitung. Unterarten. Lebensräume. Lebensweise. Gefährdung. Die Haltung der Vierstreifennatter im Terrarium. Das Terrarium. Fütterung. Eiablage und Aufzucht. Elaphe sauromates. Die Schlange des Äskulap. Die Vierstreifennatter Systematik Vierstreifennatter Schlangen (Serpentes); Nattern (Colubridae); Eigentliche Nattern (Colubridae); Gattung: Elaphe; Art: Vierstreifennatter Wissenschaftlicher Name: Elaphe quatuorlineata, Lacépède, 1789

Einleitung: Es war Mitte Mai 2011 und meine Frau Elke und ich machten eine längere Wanderung auf Krk. Erstaunlich, dass wir noch nie auf dieser Insel waren, sind wir doch über Jahrzehnte immer wieder nach Kroatien im damaligen Jugoslawien gefahren. Am häufigsten nach Istrien, aber auch bis zum Skutarisee an der Grenze zu Albanien. Schon im April war es ungewöhnlich warm und jetzt waren überall Reptilien zu sehen. In erster Linie sahen wir Prachtkieleidechse (Algyroides n. Nigropunctatus) und Ruineneidechse (Podarcis siculus campestris) Riesensmaragdeidechse (Lacerta trilineata major) und Zornnattern (Hierophis viridiflavus. Nur das spezielle Objekt der Begierde, die Vierstreifennatter, hatte sich noch nicht sehen lassen. Dabei waren wir doch gerade wegen der „Europäischen Riesenschlange“ hierher gefahren. Auf Istrien und an großen Teilen der Küste ist diese Schlange schon sehr selten geworden, auf Krk soll sie noch häufig sein. Wir kamen nach der Durchquerung eines lichten Waldstückes an ein abgegrenztes Wiesengelände und gingen getrennt um einen den Weg sperrenden Felsen. Und da plötzlich lag sie vor mir im lockeren Gras am Rand von dichtem Gestrüpp, die erste Vierstreifennatter (Elaphe quatuorlineata) dieses Urlaubes und seit sehr vielen Jahren. Der Anblick einer Schlange im Freiland ist für den Liebhaber dieser Reptilien ein immer wieder fesselndes Erlebnis. Bei der beeindruckenden Vierstreifennatter ganz besonders. Jede andere Schlange entschwindet bei Entdeckung sofort im nächsten Unterschlupf. Diese jedoch bleibt oft liegen als ginge sie die ganze Angelegenheit nichts an. Hebt man sie dann vom Boden auf, kommt die nächste Überraschung. Statt sich wie gewohnt hektisch in der Hand zu winden und zu beißen, wie es sich für eine gepackte Schlange gehört, bleibt diese meist ganz ruhig in der Hand liegen. Die Gründe für dieses ungewöhnliche Verhalten herauszufinden dürfte schwer sein. Vielleicht ist es einfach ihre Größe, welche die Anzahl ihrer natürlichen Feinde stark einschränkt.

Immerhin sind junge Vierstreifennattern im Gegensatz zu ihren Eltern sehr scheu und versteckt lebend. Nach ein paar Fotos habe ich die Schlange dann näher untersucht. Es handelte sich um ein jüngeres Weibchen von etwa 120 cm Länge. Noch schnell ein paar Bilder mit der Schlange und Elke und zurück in die Freiheit mit ihr. Einen Tag später fanden wir an einem Stausee eine größere Anzahl Vierstreifennattern. Es war Paarungszeit und die Männchen waren permanent auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen. Anders wie bei allen Vipern ist bei den hier beobachteten Nattern das Verhältnis zwischen Männchen und Weibchen in etwa ausgeglichen. Das ist ziemlich ungewöhnlich, sind doch die suchenden Männchen größeren Gefahren ausgesetzt. Vielleicht ist auch hier die Körpergröße der Grund. Und der moderne Autoverkehr, als große Gefahr, dürfte sich in der Entwicklungsgeschichte dieser Art noch nicht ausgewirkt haben. Im Verlauf von zwei Wochen suchten wir neben anderen Stellen diesen Platz immer wieder auf. Dabei konnten wir auch Paarungen beobachten und fotografieren. Wie Anfangs erwähnt, hatten wir uns schon vier Jahrzehnte mit den Reptilien von Exjugoslawien beschäftigt und immer wieder diese Länder aufgesucht. Dabei war ein Aufenthalt am Skutarisee besonders interessant. Sind doch die Lebensräume der Reptilien weiter im Norden schon sehr beeinträchtigt. Hier konnten wir noch eine Vielzahl von Reptilien beobachten. Selbst Landschildkröten (Testudo hermanii) gab es in großer Menge. Leider waren diese für die Bauern und Kleingärtner nur Schädlinge und wurden zum Teil erbarmungslos verfolgt. Wir fanden mehrere ehemalige Brunnen, welche mit Schildkrötenpanzern angefüllt waren. Bei einer Wanderung hatte ich ein besonders bemerkenswertes Erlebnis. Auf einem Flachdach in einem umzäunten Gelände lag eine Schildkröte auf dem Rücken und strampelte wie wild unter der heißen Sonne. Nach der Menge an Kot in ihrer Nähe musste sie schon längere Zeit in dieser lebensbedrohenden Situation sein. Meine Frau und ich beratschlagten, was zu tun sei. Das Tier lag schließlich auf Privatgelände. Da die Schildkröte anscheinend mit Absicht auf das Dach geworfen wurde, hatte ich auch keine Hoffnung bei dem Eigentümer des Hauses etwas zu erreichen. Betrübt gingen wir weiter. Nach etwa fünfzig Metern kehrten wir um, ich konnte einfach nicht weitergehen. Direkt bei dem Haus stand ein Baum, der mein Vorhaben ermöglichte. Zuerst kletterte ich über den Zaun dann den Baum hinauf und mit einem Sprung auf das Flachdach. Dann schnell die Schildkröte gepackt und den gleichen Weg wieder zurück. Zum Glück hat mich bei meinem Einbruch niemand beobachtet, wer weiß, wie dieses Abenteuer sonst ausgegangen wäre. Sehr beeindruckend waren die Hornottern (Vipera ammodytes) am Skutarisee. Jahre später sollten diese aufgrund ihrer Färbung bei Terrarianern noch sehr bekannt werden. Hier fanden wir 1980 auch unsere ersten Vierstreifennattern und haben ein Paar davon mit nach Hause genommen. Das war noch vor der Unterschutzstellung aller europäischer Reptilien und daher auch noch legal. Viele Jahre später hat mein Freund Guido Kreiner dieses Gebiet besucht und alles war zerstört. Der Tourismus hatte Einzug gehalten und mit ihm wurde wie überall die Natur dem neuen Geschäft geopfert. Die Haltung der Vierstreifennattern in meinen Terrarien war vollkommen problemlos und bald konnte ich die erste Paarung beobachten. Gezüchteten habe ich mit diesem Paar regelmäßig nach, bis wir es anlässlich eines Umzugs abgeben mussten. Jahre später habe ich von einem Züchter wieder ein Pärchen junge Vierstreifennattern bekommen. Dabei habe ich auch gleich ein Paar der damaligen Unterart Elaphe quatuorlineata sauromates erhalten. Diese Tiere sind auch im Alter noch gefleckt und wurden zwischenzeitlich einer eigenen Art zugeordnet (Elaphe sauromates). Beide Arten habe ich dann einige Jahre gepflegt und nach Erreichen der Geschlechtsreife beide Arten nach gezüchtet.

Die verehrte Schlange Cocullo Das Mekka für den an Streifennattern Interessierten ist das Dorf Cocullo in den italienischen Abruzzen. Hier wird jedes Jahr im Mai ein Fest zu Ehren des Heiligen Domenikus gefeiert. Angeblich geht das Fest auf ein etruskisches Volk (die Marsen) zurück, welche vor Jahrtausenden eine Fruchtbarkeitsgöttin verehrten. Wie bei fast allen überlieferten Mythen vermischte sich der Mythos mit christlichen Festen. In diesem Fall mit dem Fest zu Ehren des Heiligen Domenikus. In diesen Prozessionen wird eine mit vorher gefangenen Schlangen behängte Statue des Heiligen durch die mit Menschen gesäumten Straßen getragen. Dazu bietet sich die Vierstreifennatter aufgrund ihrer ruhigen Art besonders an. Eine Äskulapnatter würde viel schneller versuchen zu verschwinden. Immerhin ziehen die Menschenmassen mit den Schlangen und der Statue des Heiligen mehrere Stunden durch die Gassen des Dorfes. Danach ist die Stunde der Schlangenfänger gekommen. Die vorher in den Hügeln um das Dorf gefangenen Schlangen werden herumgereicht und gegen ein Entgelt können sich Touristen mit den Schlangen fotografieren lassen. Abends gibt es noch eine Siegerehrung, wobei die erfolgreichsten Schlangenfänger mit Pokalen bedacht werden. Angeblich werden am nächsten Tag alle Schlangen wieder freigelassen. Jedoch könnte ich mir vorstellen, dass einige als Souvenir bei (terraristisch) interessierten Besuchern landen. Ein solches Fest wie in Cocullo scheint weltweit einmalig zu sein, sieht man von den Klapperschlangen Roundups im Amerika ab. Dort werden rund 100.000 Klapperschlangen gefangen, zur Volksbelustigung getötet und teilweise gegessen. Wie in so vielem ist auch hier Amerika nicht zu übertreffen, dass dabei die Populationen der Klapperschlangen stellenweise gefährlich schrumpfen, bemerken nur einige Naturschützer. Mittlerweile vermehren sich in den nach Klapperschlangen durchkämmten Gebieten die Ratten besser als die Klapperschlangen. Trotzdem wird immer noch behauptet, diese Roundups wären notwendig, um einer zu starken Vermehrung der Klapperschlangen Herr zu werden. Die Dummheit ist stärker als die Vernunft. Erst mit dem Verschwinden der Schlangen aus vielen Gebieten wird vielleicht ein Umdenken einsetzten.

Zurück zu unserer Vierstreifennatter. Körperbau: Obwohl in manchen Schriften als Länge bis zu 270 cm angegeben werden, liegt die durchschnittliche Länge bei 130 bis 160 cm (Trutnau 1975, Böhme & Scerback 1993, Kreiner 2007). Wobei nach meinen Beobachtungen die weiblichen Schlangen deutlich länger als die Männchen werden. Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass einige Individuen deutlich länger werden können. Ausreichend Futter und ein entsprechendes Alter voraus gesetzt. Die maximalen Längenangaben in manchen Schriften entspringen vielleicht auch einer Fehleinschätzung im Gelände. Eine flüchtende Schlange wird häufig deutlich größer geschätzt, woher kommen sonst die abenteuerlichen Längenangaben bei den Riesenschlangen. Wie dem auch sei: Für europäische Verhältnisse ist die Vierstreifennatter schon ein beeindruckendes Reptil. Die Eidechsennatter (Malpolon monspessulanus) wird zwar oftmals länger. Sie ist aber wesentlich schlanker und leichter gebaut wie ihre oft armdicke Verwandte. Der Kopf ist deutlich abgesetzt und kräftig, die Augen haben runde Pupillen. Wie bei vielen Nattern verläuft von den Augen bis zu den Mundwinkeln ein dunkler Streifen. Über den Rücken verlaufen die vier Namen gebenden Längsstreifen, durch welche sich die beschriebenen Standortformen unterscheiden. Bei den Tieren aus Italien sind die Streifen und auch die Körperfärbung allgemein etwas heller wie bei den kroatischen Schlangen (Kreiner, 2007). Die Vierstreifennattern der Kykladeninseln haben schärfer abgetrennte Streifen, ob das einen Unterartstatus rechtfertigt, wage ich zu bezweifeln. Im Gegensatz zu den ausgewachsenen Schlangen haben die Jungtiere ein kontrastreiches Fleckenmuster auf dem Rücken. Auch die Bauchseite ist bei jungen Schlangen stärker gefleckt. Im zweiten Lebensjahr werden die anfangs schwarzen Flecken immer heller und sind dann eher rötlich braun. Im Laufe von drei bis vier Jahren verschmelzen die jugendlichen Flecken dann zu der typischen Streifenzeichnung.

Beschuppung: Die Schuppen des Kopfes: Scutum rostrale 1, Scutum praeoculare (Voraugenschild) selten geteilt, Scutum supralabiale (Oberlippenschild) im Durchschnitt 8, auf der Rückenmitte sind die Schuppen deutlich gekielt, nach den Seiten schwächer. Die Anzahl der Rückenschuppenreihen beträgt bis zu 27 (Kreiner 2007). Die Ventralia betragen bei den Weibchen bis 234, bei den Männchen bis 224, die Subcaudalia betragen bis zu 90. Das Afterschild ist normalerweise geteilt. Verbreitung: Das Verbreitungsgebiet der Vierstreifennatter ist wahrhaft riesig. Sie bewohnt Europa von Süd-Frankreich (?), Italien (Toskana, Umbrien bis Sizilien), Slowenien, Kroatien mit den meisten Inseln, Albanien, große Teile Griechenlands (auch hier werden viele Inseln besiedelt), und Mazedonien. In Nordostgriechenland, Bulgarien, Rumänien und der Türkei wird die Art von Elaphe quatuorlineata sauromates abgelöst, welche nun als neue Art gilt (Elaphe sauromates).

Unterarten: Bevor ich auf mögliche Unterarten der Vierstreifennatter eingehe, halte ich einen kleinen Exkurs zur Entstehung von Arten für wichtig. Charles Darwin (*12.Februar 1809 in Shrewsbury; gestorben 19. April 1882 in Downe)gilt allgemein als der "Erfinder" der Evolutionstheorie. Dabei war er nur einer von jenen Wissenschaftlern, welche vor etwa hundertfünfzig Jahren Erklärungen für die Entstehung von Arten suchten. Hierbei war die Untersuchung von abgelegenen Inseln und deren Tierarten von besonderer Wichtigkeit. Besonders hier konnten sich Arten ohne Druck von herrschenden Arten entwickeln. Darwin hat angeblich hierfür besonders die Finken auf Galapagos eingehend studiert (oder waren es die Spottdrosseln?). Als scharfsichtiger Wissenschaftler soll er erkannt haben, dass sich hier eine eingewanderte Vogelart erstaunlich angepasst hatte. Ohne Konkurrenz durch andere Arten hatten diese Vögel alle ökologischen Nischen besetzt. Was auf dem Festland durch viele verschiedene spezialisierte Vogelarten repräsentiert wird, hatte hier eine einzige Art durch Anpassung und Neubildung anderer Arten an verschiedene Möglichkeiten zum Überleben gebildet. Auch hier gab es einen ökologischen Druck. Nicht durch andere Arten aber durch die einzelnen Individuen innerhalb einer Art. Dieser innerartliche Druck hat zum weiteren Aufspalten der Art geführt. Alfred Russel Wallace (geboren 08. Januar 1823 in Usk; gestorben 07. November 1913 in Broadstone) war einer jener anderen Forscher, die neben Darwin die Entstehung der Arten zu entschlüsseln suchten. Wie Darwin hat auch Wallace auf Fernreisen die Bedeutung von "Verinselung" für die Entstehung neuer Arten erkannt. Das Leben auf der Erde ist in keinem fest gefügten Zustand. Es ändert sich permanent durch Anpassung an Feinddruck, Futterkonkurrenz, Nahrungsangebot, Temperaturveränderungen und viele andere Faktoren. Ändern sich die Lebensbedingungen für eine Art, muss sie sich anpassen oder sie verschwindet und macht anderen Arten Platz. Im Laufe der Erdgeschichte gab es immer wieder große Artensterben, welchen die Entwicklung neuer Arten folgte. Zum Beispiel wurden viele Dinosaurier Arten durch eine sich veränderte Umwelt und eine Umweltkatastrophe hinweg gerafft. Die Säugetiere, welche bis dahin ein verborgenes Schattendasein führten, konnten sich nun ungehindert entwickeln und wurden eine bedeutende Lebensform. Solche Entwicklungen sind auf Inseln am auffälligsten, aber keineswegs darauf beschränkt. Den Begriff "Insel" darf man für die Entstehung von Arten oder Unterarten nicht zu wörtlich nehmen. Eine Insel in diesem Sinn kann auch durch ein Gebirge, eine Wüste, ein Fluss oder einfach durch eine Straße gebildet werden. Ist eine Gruppe einer Art lange genug isoliert von den Artgenossen, passt sich diese besonders an seinen isolierten Lebensraum an. Aber es ist nicht nur die Anpassung an den Lebensraum, der neue Arten hervorbringt. Die unterschiedlichen Allele (Varianten eines Gens die durch Mutation entstanden sind, sie können zu Unterschieden in einer Art oder im Endeffekt zu neuen Arten führen) sind in einer Tierpopulation nicht gleichmäßig verbreitet. Dieser Umstand spielt bei einer großen Population keine große Rolle, da durch Paarung die seltenen Allele weitergegeben werden. Bei kleinen Populationen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die seltenen Allele sich leicht durchsetzen. Hierdurch entwickelt sich die isolierte Art immer weiter von der Stammform weg. Und irgendwann entwickelt sich durch diese Reduzierung der Allele und durch Anpassung eine vollkommen neue Art. Am Anfang unterscheidet sie sich nur durch Aussehen und Verhalten von der Ursprungsart. Irgendwann sind die Unterschiede so groß, dass selbst keine erfolgreiche Paarung mit der Ursprungsart mehr möglich ist. Zumindest in der zweiten Generation sind diese "Zwitter" meist nicht mehr fortpflanzungsfähig. Bei einer Art, deren Besiedlungsgebiet so groß ist wie bei der Vierstreifennatter, bilden sich zwangsläufig irgendwann Unterarten und auch neue Arten. Inwieweit das für diese Art jetzt schon zutrifft, ist strittig. Zurzeit werden an Unterarten aufgeführt:

- Elaphe quatuorlineata. muenteri (Bedriaga, 1881) – Griechenland (Kykladen) - Elaphe quatuorlineata. parensis Cattaneo, 1999 – Griechenland (Paros) - Elaphe quatuorlineata quatuorlineata (Lacépède, 1789) - Elaphe quatuorlineata scyrensis Cattaneo, 1999 – Griechenland (Skyros) Inwieweit es sich tatsächlich um Unterarten handelt, ist in Zukunft zu klären. Der Weg von einer durch Verinselung entstandenen Standortform zur eigenständigen Unterart ist fließend und schwierig abschließend zu beurteilen. Die Veränderungen bei der als Elaphe quatuorlineata muenteri beschriebenen Unterart können genau so gut durch die Lebensbedingungen auf Inseln entstanden sein. Immerhin ist hier das Nahrungsangebot oft dürftiger wie auf dem Festland. Eine schlankere Gestalt kann einfach dem Hunger geschuldet sein. Irgendwann entsteht durch die Verinselung dann tatsächlich eine neue Unterart oder Art. Ob das bei den beschriebenen Arten schon der Fall ist, bleibt abzuklären. Ich vermute, dass die Entstehung von Unterarten oder auch neuen Arten bei dieser Schlangenart noch ganz am Anfang steht und erst nach einigen Jahrtausenden abgeschlossen sein wird. Ob die betreffenden Arten dann noch existieren, ist zumindest bei vielen fraglich.

Lebensräume: Aus rechtlichen Gründen ist der Text hier zu Ende Das ganze Buch ist zu beziehen beim Autor oder Kleintierverlag Thorsten Geier, sowie Amazon für 12,50 € plus Versand

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