Haltung von Pandinus imperator


Seit etwa zwanzig Jahren halte und züchte ich diesen imposanten Skorpion und kann Ihn zur Haltung im Terrarium nur empfehlen. Allerdings ist er nicht das Anfängertier, als das er in Berichten und Diskussionen immer bezeichnet wird. Zeitweise wurden die Tiere in Mengen importiert und ich möchte behaupten, dass nicht zehn Prozent das erste Jahr überlebt haben.
So mancher Buthus oder Androctonus ist in der Haltung einfacher wie Pandinus.

Das Terrarium:

Am besten sind Behälter, welche sich von oben öffnen lassen.
Da Pandinus wie die meisten Skorpione gerne gräbt, sind Schiebescheiben ziemlich ungeeignet. Das Substrat würde ständig in die Führungen oder sogar gegen die Schiebescheiben geschoben. Die Größe des Terrariums richtet sich nach der Größe der Tiere und der Anzahl. In einem Terrarium von 50 cm Länge, 40 cm Tiefe und dreißig cm Höhe halte ich seit Jahren eine Gruppe von Sechs erwachsenen Tieren. Dabei kam es zu keinerlei Aggressionen unter den Tieren und es gibt jedes Jahr Nachwuchs. Die Lüftung umfasst die Hälfte der Oberseite. Behältergrößen von einem Meter Länge und mehr schaden bestimmt nicht, werden von den Tieren aber kaum genutzt. Wen Jungtiere dabei sind, muss das Wasserbecken mit eingelegten Schaumgummistücken gesichert werden, damit die Kleinen nicht ertrinken.

Wärme:

Eine Bodenheizung ist bestimmt nicht das optimale um die notwendige Wärme von 25 bis 30 Grad zu erzielen. Alle Skorpione ziehen sich bei zu großer Hitze in den Boden zurück und dürfen hier nicht die höchsten Temperaturen vorfinden. Selbst erwärme ich meine Terrarien durch eine Heizmatte auf der Rückseite und einen Strahler von oben. Die Tiere suchen vor allem in der Tragzeit immer wieder die direkte Wärmebestrahlung. Im Terrarium muss ein Temperaturgefälle zwischen fünfundzwanzig und dreißig Grad bestehen, damit die Tiere ihre gerade benötigte Temperatur wählen können.

Substrat:

Mit ungedüngter Blumenerde habe ich die besten Erfahrungen gemacht. Walderde enthält oft Lehm, welcher die Tiere zu sehr verschmutzt. Viele Halter benutzen spezielle Terrariensubstrate wie Kokosfasern, aber Blumenerde tut es genauso gut. Das Substrat muss ständig eine leichte Feuchtigkeit enthalten und wird in der Regenzeit am Abend noch besprüht. Nach einiger Zeit durchzieht ein regelrechtes Stollensystem den gesamten Boden. Die Skorpione fühlen sich in diesen selbst angelegten Röhren am wohlsten, daher sollte man nicht aus Neugierde im Boden herumwühlen.
Das wird den Tieren bestimmt nicht gefallen, und wenn ein Weibchen Junge hat, ist der ganze Zuchterfolg gefährdet.

Futter:

Das natürlichste Futter sind große Heuschrecken, jedoch braucht man davon eine ganze Menge um die Tiere satt zu bekommen. Daher füttere ich meine Tiere zusätzlich mit kleinen Mäusen, welche auch tot genommen werden. In all den Jahren habe ich keine negativen Folgen bei der Verfütterung von Mäusen festgestellt. Bei starkem Vorkommen von Maikäfern habe ich diese auch verfüttert, jedoch werden sie nach ein bis zwei Mahlzeiten nicht mehr angenommen.

Gift:

Im Laufe der Jahrzehnte habe ich einige Stiche von den Pandinus erhalten und dabei keinerlei Wirkung außer einem kurzzeitigen Brennen an der Stichstelle festgestellt. Auch auf junge Mäuse scheint das Gift keine Wirkung zu haben. Vermutlich wirkt es nur gegen Gliedertiere, die in der Natur die einzige Beute darstellen.

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