Skorpione, nächtliche Räuber im Terrarium


Unter Skorpionen stellt sich der Laie angriffslustige, tödlich giftige Tiere der Tropen vor. Tatsächlich sind von den bisher eintausendsechshundert bekannten Arten nur fünfundzwanzig für den Menschen gefährlich. Die Verbreitung ist keineswegs auf die Tropischen Gebiete der Erde beschränkt. In Italien, Südtirol, der Schweiz und in Österreich kann man ebenfalls auf diese Gliedertiere treffen. Selbst in England sind seit etwa hundert Jahren Skorpione heimisch. Allerdings ist keine der Europäischen Skorpionarten für den Menschen gefährlich. Skorpione waren die ersten Tiere, welche vor etwa 400 Millionen Jahren das Meer verließen. In der Zwischenzeit hat sich ihre Gestalt nicht wesentlich gewandelt, so ist die Aussage des französischen Dichters Stephane Malarme "die Ewigkeit verändert uns nicht" zu verstehen.

Wie kommt nun ein Tierfreund dazu, ausgerechnet Skorpione im Terrarium zu pflegen? Diese Tiere sind unserem Lebens- und Arbeitsrittmus hervorragend angepasst. Tagsüber schlafen die Skorpione und abends, wenn man nach Hause kommt, werden sie munter. Da Skorpione noch recht unerforscht sind, kann auch der Amateurforscher noch viel neues entdecken. Ihr Verhalten in freier Natur entzieht sich der Beobachtung des Menschen, da sie zumeist in abgelegenen Gebieten der Erde leben und fast nur nachts aktiv sind. Durch ihre enorme Genügsamkeit bereiten sie auch in der Urlaubszeit keine Probleme.

Reizvoll ist die Beobachtung des Paarungstanzes, der sich über Wochen Nacht für Nacht erstrecken kann. Wenn sich dann Nachwuchs einstellt und man beobachtet, wie die Mutter ihre Jungen sorgsam auf ihren Rücken verfrachtet und wochenlang sorgsam pflegt, bekommt man eine ganz neue Sicht zu diesen Ekeltieren.

Am bekanntesten bei den Terrarianern ist der Kaiserskorpion aus Zentralafrika. Dieser schwarze Riese ist absolut harmlos und bei guter Pflege leicht im Terrarium zu züchten. Allerdings kann die Tragzeit bis zu zwei Jahren dauern. Kaiserskorpione sind soziale Tiere, die in Familienverbänden zu mehreren Generationen zusammen leben und eine regelrechte Rollenverteilung ausgebildet haben. Doch auch die Wüsten- und Steppenskorpione sind sehr interessante Pfleglinge. Von diesen Spezis ist der Feldskorpion aus Südfrankreich der am längsten bekannte und erforschte. Seltsamerweise ist der Stich des Feldskorpions von Europäischen Tieren nur schmerzhaft aber ohne medizinische Symptome, während Stiche der gleichen Art aus Nordafrika zu ernsthaften Vergiftungen führen können.

Der an der Haltung von Skorpionen interessierte Tierfreund hat eine große Auswahl an Arten, welche für den Menschen keine Gefahren bergen. Zum Glück gibt es auch keine Probleme bei der Zucht, so das die natürlichen Bestände geschont werden können. Auch diese Tiere haben ihre Rolle in dem Gleichgewicht der Natur zu spielen und verdienen Schutz in ihrem Lebensraum. Doch wer Nachzuchten erwirbt, gewinnt fesselnde und gut zu pflegende Hausgenossen.



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