Haltung und Nachzucht von Skorpionen


Skorpione spielten in der Terraristik jahrzehntelang eine eher untergeordnete Rolle. In der Regel hatte man auch mal einen Skorpion, aber eine ernsthafte Pflege mit dem Ziel der Zucht wahr die große Ausnahme. Zum Glück ist hier die letzten Jahre ein Sinneswandel eingetreten. Aufgrund überspitzter Artenschutzmaßnahmen und Behördenwillkür haben sich viele Terrarianer den klassischen Pfleglingen wie Echsen, Schlangen oder Schildkröten abgewandt und sich für Spinnentiere begeistert. Unterstützt durch das hervorragende Buch von Peter Klaas hat sich in kurzer Zeit eine große Gemeinde an Vogelspinnenhaltern und Züchtern gebildet. Skorpione waren in dieser Anfangszeit noch die Ausnahmepfleglinge. Seit einigen Jahren steigt jedoch auch bei dieser Tiergruppe die Anzahl ernsthafter Pfleger und zum Glück auch Züchter an. Es bleibt zu hoffen, dass auch bei diesen Tieren die Nachzuchten bald einen großen Teil des Bedarfes decken werden. Selbst halte ich diese Tiere seit etwa zwanzig Jahren und habe einige Arten bereits mehrfach nachgezogen.

Haltung:

In der Vergangenheit wurden Skorpione häufig in mehr oder weniger kleinen Plastikbehältern aufbewahrt und konnten darin zwar überleben, aber keine wirkliche Aktivität entwickeln. Am günstigsten hat sich die Haltung in Glasbehältern verschiedener Größe herausgestellt Für die Arten Pandinus>und Heterometrus, sowie die meisten anderen Waldbewohner wird der Behältermit einer Mischung aus Walderde und Sand etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch aufgefüllt. Einige Pfleger haben auch gute Erfahrungen mit Torf oder Pinienspänen gemacht. Ein Freund von mir züchtet Heterometrus seit vielen Jahren auf reinem Sand, aber das wirkt etwas unnatürlich. Die große Gattung der Buhiden hält man am besten auf Sand, dem zur Stabilisierung Lehm beigemischt wurde.

In der Literatur über Skorpione werden die Arten Pandinus und Heterometrus meist als soziale Skorpione bezeichnet, während die Buthiden als potentielle Kannibalen hingestellt werden. Gerade bei den großen Parabuthusarten habe ich mit der Gruppenhaltung sehr gute Erfahrungen gemacht. Bei der Häutung suchten zum Beispiel Parabuthus transvaalicus die Nähe der Artgenossen und wurden in der Zeit nach der Häutung von diesen regelrecht bewacht. Aber auch Androctonus australis machte bei der Gruppenhaltung adulter Tiere keine Schwierigkeiten. Bei der Aufzucht war er aber etwas problematischer. Frisch gehäutete Jungtiere wurden von Androctonus nicht verschmäht. Trotz anders lautender Berichte macht auch Hadrurus arizonensis in einer Gruppe von 1,2 Tieren keine Schwierigkeiten.

Für die Waldbewohner wie Pandinus oder Heterometrus ist die Frage nach der Bodenfeuchtigkeit am einfachsten zu beantworten. Diese Arten müssen das ganze Jahr bei ausreichender Feuchtigkeit gehalten werden. Gerade die heranwachsenden Jungtiere brauchen Bodenfeuchtigkeit um sich häuten zu können. Meine Terrarien für diese Arten habe ich bepflanzt, und wo die Pflanzen genug Wasser finden, reicht es auch meist für die Skorpione. Bei den Arten aus ariden Lebensräumen gehört schon einiges Fingerspitzengefühl dazu, die richtige Bodenfeuchtigkeit einzustellen. Oft werden diese Arten zu trocken gehalten, die Sandmischung sollte stellenweise leicht feucht sein und an der Oberfläche trocken. In ganz trockenem Bodengrund häuten sich die heranwachsenden Jungskorpione nicht richtig, und die Erwachsenen verlieren zu fiel Körperflüssigkeit. Entsprechend oft sieht man dann diese Wüstentiere beim trinken. Doch eine zu hohe Bodenfeuchte ist hier genau so verkehrt. Die Tiere werden dann leicht von Pilzen befallen.

Wärme und Beleuchtung:

Bei den Waldbewohnern ist eine Temperatur von 25 bis 28 Grad C° ausreichend, für tragende Weibchen sollte jedoch ein Strahler vorhanden sein. Diese suchen während der Entwicklung der Jungen regelmäßig Strahlungswärme auf. Bei den Wüsten-und Steppenbewohnern ist auf alle Fälle für ausreichend Strahlungswärme zu sorgen. Diese Arten brauchen zum Häuten und Absetzen der Jungen stellenweise Temperaturen von über 35 C°. Selbstverständlich müssen auch kühlere Stellen vorhanden sein. Oft wird eine Bodenheizung notwendig sein. Diese darf aber keine zu starke Hitze von unten abgeben, sonst werden die natürlichen Verhältnisse auf den Kopf gestellt. Der Skorpion weicht zu hohen Temperaturen naturgemäß nach unten aus und darf dann nicht in starke Wärmeabstrahlung einer Bodenheizung kommen.

Zucht und Aufzucht:

Die Zucht von Skorpionen ist bei richtiger Haltung kein großen Problem und auch die Aufzucht der Jungskorpione klappt bei der nötigen Aufmerksamkeit ganz gut. Einige Arten haben bei mir geradezu unglaubliche Mengen an Jungen produziert. Von einem Parabuthus transvaalicus Weibchen hatte ich einen Wurf von 125 Jungskorpionen. Aber auch eine Androctonus australis Dame bescherte mir 105 Jungtiere. Dabei sind die Weibchen keine trächtig importierten Tiere, sondern haben fas alle bei mir ihre Reifehäutung gemacht.

Eine besondere Überraschung bereitete mir Hottentotta hottentotta. Die Tiere wurden am 08.09.1999 geboren und einzeln aufgezogen. Schon im Jahr 2000 haben alle drei Tiere dreimal Junge bekommen ohne jemals mit einem anderen Tier in Berührung gekommen zu sein. Überhaupt scheint die Gattung Hottentotta sehr fruchtbar zu sein. Von Hottentotta jayakari habe ich in einem Jahr ebenfalls drei mal junge pro Weibchen bekommen. Von Parabuthus liosoma habe ich gerade von einem Weibchen 64 Jungtiere bekommen. Die Aufzucht der Jungskorpione ist nicht besonders schwierig wenn man die Tiere gut beobachtet. Während der Häutung ist ausreichen Wärme überlebenswichtig. Wenn ein Jungtier reglos im Behälter liegt, sollte es möglichst warm gehalten werden. Temperaturen von über 35 Grad sind für die Häutung von Buthiden ein entscheidender Faktor.

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