Haltung und Zucht von Buthus occitanus occitanus aus Südfrankreich


Anlässlich eines Urlaubs in Südfrankreich 1983 begegnete ich zum ersten Mal diesem interessanten Buthiden. Dabei konnte ich stellenweise größere Bestände finden, was sich aber in der Zwischenzeit entscheidend geändert hat. Wo man früher fast unter jedem Stein einen Skorpion fand, sucht man heute vergeblich. Offensichtlich sind die Tiere intensiv gesammelt worden, da in den ehemaligen Lebensräumen fast alle Steine gedreht sind. Dabei sind die Tiere leicht zu züchten und die Entnahme im Lebensraum sollte die Ausnahme sein. Nach meinen Erfahrungen sind diese Skorpione gut in Gruppen von fünf bis sechs Tieren zu halten und Kannibalismus ist eher die Ausnahme.

Ich pflege sie in Terrarien von 40 x 25 cm, beheizt durch 25 Watt Lampen. Nach der Überwinterung bei etwa fünf bis zehn Grad haben die Tiere einen guten Appetit und fressen jede Woche zwei bis drei Heimchen. Nach der Geburt der Jungen fressen sie bedeutend weniger und hören im Herbst recht früh mit der Nahrungsaufnahme auf. In der Paarungszeit ist man zuweilen gezwungen, die Männchen bis auf eines aus dem Terrarium zu entfernen. Sonst behindern sich die Männchen beim Paarungstanz gegenseitig. Nach einer Tragzeit von drei bis vier Monaten kommen die zwanzig bis vierzig Jungen zur Welt. Ich habe die Jungskorpione zum Teil einige Wochen bei den Alttieren im Terrarium gelassen und hatte kaum Verluste durch Kannibalismus. Überhaupt sind Skorpione allgemein nicht so unverträglich, wie es oft in der Literatur beschrieben wird. Der Soziale Skorpion passt nicht so gut ins Gliche vom mörderischen Spinnentiere.

Der Moment der zweiten Häutung ist der kritische Zeitpunkt, ab dem man die Jungskorpione besser getrennt aufzieht. Nach der letzten Häutung kann man die Tiere wieder in Gruppen halten, wobei man die ersten Wochen besonders gut füttern sollte. Nachdem sich die Tiere aneinander gewöhnt haben, besteht kaum noch die Gefahr von Kannibalismus. Vor einigen Tagen konnte ich beobachten, dass ein Männchen mit einem Weibchen tanzte, welches noch seine Jungen auf dem Rücken trug. Ein Teil der Jungen wurde dabei an der Decke des Versteckes deponiert wie auch von Moelters bei Parabuthus beschrieben. Ob es auch zur Paarung kam, kann ich noch nicht beantworten. Ich kann den europäischen Buthus occitanus occitanus sehr als Terrarientier empfehlen.

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