Androctonus australis


Der Dickschwanzskorpion ist der klassische Skorpion in der Terraristik. Über keinen anderen Skorpion wurde und wird so viel geschrieben und kein anderer ist so oft im Fernsehen zu sehen wie dieser kleine Kerl mit dem schlechten Ruf. Im direkten Gegensatz dazu stehen die Erfolge bei Zucht und Aufzucht dieses Tieres. Angesichts der Tatsache, dass bei einem Wurf über hundert Junge geboren werden ist es erstaunlich, dass jedes Jahr Tausende Tiere dieser Art importiert werden. Offensichtlich will sich kaum jemand die geringe Mühe machen Nachzuchttiere aufzuziehen. Wenn wir nicht selbst von dem Tierverbraucher Ruf wegkommen wollen, wird uns irgendwann der Gesetzgeber die Quittung präsentieren.

Noch sind wir in der Lage aus einem reichhaltigen Angebot der Händler und Importöre auswählen zu können. Doch in anderen Sparten der Terraristik haben wir schon lange unter den Einfuhrbeschränkungen zu leiden. Bei vielen Terrarientieren ist es fast unmöglich, Tiere zur Zucht oder Blutauffrischung zu bekommen. Die Überlegung, warum soll ich für ein winziges Nachzuchttier zwanzig DM bezahlen wenn ich für ein ausgewachsenes Importtier nur vierzig DM zu zahlen haben, wird uns allen in kurzer Zeit die Grundlagen für unser Hobby entziehen. Dabei ist die Aufzucht dieses Skorpions gar nicht so schwer, wenn man den Tieren etwas Aufmerksamkeit schenkt. Entscheidend dabei ist zu erkennen, wann sich ein Tier häuten will, um ihm sofort die notwendige Feuchtigkeit und Wärme zukommen zu lassen. Im letzten Jahr habe ich einige Hundert Skorpione aufgezogen und hatte dabei nur geringe Verluste. Bei nur zwanzig bis dreißig Jungtieren und entsprechender Fürsorge ist es leicht möglich die Tiere fast verlustfrei aufzuziehen.

Androctonus australis ist auf jeden Fall einzeln aufzuziehen, da sich die Tiere bei der Häutung zum Fressen gerne haben. Erwachsene Tiere kann man dagegen in Gruppen von drei bis vier Tieren Halten. Voraussetzung für eine Zucht ist die Überwinterung bei Temperaturen zwischen zwei und zehn Grad. Selbst die Jungtiere habe ich so verlustfrei Überwintert. Allerdings sollte den Tieren auch beim Überwintern etwas Feuchtigkeit zur Verfügung stehen. Im Frühjahr wird langsam die Temperatur erhöht und nach zwei bis drei Wochen mit dem Füttern begonnen.

Auf keinen Fall direkt nach der Winterruhe Futter anbieten, da sich der Wasserhaushalt der Tiere erst einregulieren muss. Noch einige Worte zur Giftigkeit dieser Tiere. In Fernsehberichten und auch so mancher Literatur wird oft der Eindruck vermittelt das der Stich eines Dickschwanzskorpions für jeden Lebensgefahr bedeutet. Ohne die Tiere zu verharmlosen kann man sagen, der Stich ist lediglich für Kleinkinder und Allergiker Lebensbedrohlich und Nachzuchttiere verlieren noch beträchtlich in ihrer Giftwirkung. Wer diese Tiere zum Monster hochstilisiert um sich wichtig zu machen wird unserem Hobby bleibenden Schaden zufügen, da der Gesetzgeber sich selten an Fakten hält und bei Restriktionen immer überreagiert. Hiermit will ich nicht zum leichtfertigen Umgang mit diesen Tieren animieren, aber ein bisschen Sachlichkeit bei diesem Thema ist auch notwendig.

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