Schutz der Zauneidechse


Leider sind mittlerweile alle heimischen Reptilien akut in ihrem Bestand gefährdet. Dazu gehört auch die früher häufig anzutreffende Zauneidechse. Die Hauptursachen sind mit Sicherheit Zerstörung des Lebensraumes durch Intensivierung der Landwirtschaft und Bebauung. Der Einsatz von Herbiziden trägt natürlich auch stark zum Rückgang bei, sei es durch direkte Vergiftung der Eidechsen oder durch Vernichtung der Futterinsekten. Darüber hinaus fallen sehr viele Tiere Hauskatzen und Rabenvögeln zum Opfer, letztere haben sich als Kulturfolger sehr stark vermehrt.


Hauskatzen habe ich sehr oft beim fangen und töten von Eidechsen beobachtet, in der Nähe von Siedlungen beseitigen diese Stubentiger fast alle Zauneidechsen. Trotz permanenter Warnungen von allen mit dem Artenschutz befassten Personen wird sich an diesen Verhältnissen auf absehbare Zeit nichts ändern, freilaufende Katzen sind offensichtlich wichtiger als der Erhalt von stark bedrohten Wildtieren.


Was kann der Einzelne tun um zumindest stellenweise diesen Entwicklungen entgegen zu wirken?
Vor zehn Jahren haben meine Frau und ich in einem Neubaugebiet gebaut, in dessen Nähe früher eine starke Zauneidechsenpopulation lebte. Gerade durch Katzen und Rabenvögel verursacht, stand dieser Bestand kurz vor dem Erlöschen. Als erste Maßnahme haben wir einen steilen Hang Richtung Süden angelegt und mit reichlich Steinen und niedrigen Stauden versehen. An mehreren Stellen zwischen den Steinen haben wir Sand eingebracht, der hält die Feuchtigkeit und Wärme gut und bietet den Eidechsen dadurch gute Eiablagemöglichkeiten. Zur Abwehr von Katzen haben wir das Grundstück eingezäunt und eindringende Katzen permanent vertrieben.

Bereits im nächsten Jahr konnten wir die ersten Zauneidechsen beobachten und hatten im gleichen Herbst die ersten frisch geschlüpften Jungtiere zu verzeichnen. Leider kam es immer wieder zu Todesfällen durch Katzen, aber infolge der Geländestruktur konnten doch genug überleben um einen starken Bestand aufzubauen. Bereits fünf Jahren später hatte sich der Bestand in der gesamten Umgebung von unter einem Duzend Eidechsen auf über Hundert erholt. Mittlerweile haben wir sogar einige melanotische (schwarze) Eidechsen dabei, vielleicht eine Anpassung an die Windexponierte Lage unseres Grundstückes.
In dieser Weise lassen sich ohne allzu großen Aufwand nachhaltig Bestände von Zauneidechsen erhalten und sogar verbessern.

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