Verirrte Tierliebe


Im dem Zeitalter von Ökologie, Grünen Parteien, Greenpice und aberwitzig teuren Tierbefreiungsaktionen (Free Willi und ähnliches) sollte man meinen, dass es mit dem Verhalten unseren Wildtieren gegenüber zum besten steht. Gegenüber erschlagenen Robbenbabys, Pelzprodukten, Asiatischen Hunden und Katzenfellen ist die Allgemeinheit äußerst sensibel und die Wellen der Empörung schlagen hoch. Demgegenüber ist das tägliche Leid unserer Wildtiere ein absolutes Tabuthema. Aus Gedankenlosigkeit, Egoismus und Fahrlässigkeit werden die frei lebenden Tiere bis zur Vernichtung gequält oder getötet.

Dabei ist die Kritik an Anglern und Jägern permanent in unserer Gesellschaft vorhanden. Niemand erkennt, dass lediglich dieser Personenkreis seit Jahrzehnten für den Erhalt der letzten Lebensräume der Wildtiere eintritt. Doch der eigentliche Tierquäler ist der ganz normale Bürger. Da ist der ach so tierliebe Hundehalter, der seinen Hund in Wald und Feld stöbern lässt. Jeder von ihnen sagt, mein Hund wildert nicht. Jährlich werden in Deutschland Tausende von Wildtieren von Hunden gerissen. Doch noch schlimmer ist der Stress des Wildes, hervorgerufen durch die Anwesenheit dieses Wolfsnachfahren. Noch Stunden nach der Störung durch einen Hund ist der Puls des Wildes stark erhöht, dass Tier hat einen verstärkten Energiebedarf den es kaum noch ausgleichen kann. Durch häufige Störungen ist das Wild dann gezwungen, jede erreichbare Nahrung aufzunehmen.

Dadurch wird es zum Waldschädling und die Ökologen und Ökonomen fordern seinen Abschuss. Noch schlimmer ergeht es unseren Kleintieren wie Vögel, Reptilien und Kleinsäuger. Durch eine unvorstellbar große Zahl von streunenden Katzen werden ganze Populationen ausgerottet. Jedes Trockenbiotop in der Nähe von Siedlungen ist in kurzer Zeit von seinen Eidechsen und Bodenbrütern gesäubert. Von Katzenliebhabern kommt dann das dümmliche Argument, dass ist alles natürlich, früher gab es ja auch Wildkatzen. Tatsache ist, wo früher zwei Wildkatzen lebten, leben heute etwa dreihundert Hauskatzen. Gewiss streunt von diesen nicht jede, aber auf jeden Fall mehr, als die Natur ausgleichen kann. Vor allem in der Nähe von Städten kommen noch die direkten menschlichen Störungen dazu. Mountainbiker fahren quer durch Feld und Wald und stören die Tiere in ihren Rückzugsgebieten. Jogger in der Dämmerung engen die zu kurze Aktivitätszeit des Wildes noch weiter ein und Freizeitreiter verstehen sich als Teil der Natur. Mit dem Pferd und nachlaufendem Hund geht der Ritt quer durch die dichtesten Waldpartien. Das ist Tierquälerei vom Feinsten. Was würden diese Leute davon halten, wenn ihnen nachts jede Stunde jemand durchs Schlafzimmer läuft.

Durch diese ganzen Gedankenlosigkeiten wird unseren Wildtieren tagtäglich gewaltiges Leid angetan von dem nur der genau beobachtende Naturfreund etwas bemerkt. Sicher ist es wichtig, dass man gegen die Auswüchse der Massentierhaltung etwas unternimmt. Sicher schreien die Zustände bei den Viehtransporten zum Himmel. Aber das alles ist kein Grund, unsere frei lebende Tierwelt wie den letzten Dreck zu behandeln.


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