Naturschutz mit dem Holzhammer


Natur- und Tierschutzaktionen in Deutschland erwecken fast immer den Eindruck von purem Aktionismus, Engstirnigkeit oder einfach grenzenloser Dummheit. Da werden einzelne Arten unter radikalen Schutz gestellt, ohne sich die geringsten Gedanken über die Ökologischen Folgen zu machen. Nicht weniger radikal sind Aktionen, welche sich nur den Arten widmen, welche sich besonderen Wohlwollens erfreuen. Nachfolgend möchte ich ein paar Beispiele für diese Barbarei an unserer Umwelt anführen. Da ist zum Beispiel der radikale Schutz des Graureihers. Der enorme wirtschaftliche Schaden an Speisefischen soll hierbei keine Rolle spielen, da die Erhaltung von Arten nie am Geld scheitern darf. Abschreckendes Beispiel hierfür ist der Rothirsch, welcher aus Gewinnstreben aus dem größten Teil seines Lebensraum verschwunden ist. Was aber sehr wohl eine große Rolle spielt, ist die Beeinträchtigung von ebenfalls stark bedrohten Tierarten.

Nur weil bestimmte Gruppen gerne große Reiherkolonien sehen, sind die katastrophalen Auswirkungen auf die Bestände an Reptilien, Amphibien und bedrohten Fischarten keineswegs hinzunehmen. Wenn ich weitab jeder Reiherkolonie bis zu fünfzehn Reiher täglich beim Jagen beobachte, habe ich keineswegs den Eindruck einer bedrohten Art. Der Graureiher ist keineswegs ein reiner Fischfresser, der aus dem Überfluss an Fischen etwas abschöpft. Als Lauerjäger fängt er alles, was er bewältigen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ab es sich um eine Maus, oder eine höchstbedrohte Elaphe longissima handelt. An einem Teich habe ich Graureiher beobachtet, welche große Mengen Teichmuscheln an Land trugen und einen Teil davon aufhackten. Diese Muscheln brauchen viele Jahre um geschlechtsreif zu werden. Der Tod des größten Teiles der Population, wie in dem beobachteten Fall, hat starke Auswirkungen auf das Ökosystem des Gewässers. Bedingt durch die immer größerer Grundwasserausbeutung fällt der Wasserspiegel in vielen Fließgewässern im Sommer rapide ab. Dadurch werden die Kleinfische schonungslos zu Opfern der dann in Mengen einfallenden Graureiher. Eine Art wird geschützt und viele andere zum Teil stark bedrohte werden erbarmungslos dem Untergang gewidmet. Das ist Tierschutz mit Scheuklappen, der Mensch macht sich einmal mehr zum Herrscher über Leben und Untergang.

Ebenso gravierend sind die Folgen vom Schutz der Rabenvögel. Diese Tiere haben sich dem Menschen so eng angeschlossen, dass sie durch natürliche Feinde überhaupt nicht mehr behelligt werden. Da sind zum Beispiel die Elsternnester unbehelligt in den Vorgärten und die Nachkommenschaft dieses Vogelmörders kann ohne Ausfälle aufwachsen. Als Folge davon ist das Lied der Nachtigall und die Stimme so manch anderen seltenen Vogels nicht mehr zu hören. Keineswegs möchte ich der bedingungslosen Jagd auf diese Tiere zustimmen, aber in einer so gewaltig von den Menschen beeinflussten Umwelt ist der uneingeschränkte Schutz dieser Arten Mord an ihren Opfern. Nur durch intelligente Bestandsplanung und Regulierung von Überbeständen ist die Artenvielfalt in einem so überbevölkerten Land wie Deutschland zu erhalten. Einseitiger Tierschutz mit dem Ziel der Selbstbestätigung ist nur Tierquälerei und trägt zur Verarmung der Artenvielfalt bei.

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