Hornissen



Der Tod mit Flügeln oder nützliche Helfer?

Wo immer sich eine Hornisse zeigt ist ihr Auftreten von Emotionen begleitet. Die Mehrheit fürchtet um Leben oder Gesundheit und einige aufgeklärte Naturfreunde sind begeistert diese eindrucksvolle Faltenwespe zu sehen. Drei Stiche töten einen Menschen und sieben ein Pferd ist die Meinung eines großen Teils der Bevölkerung. In Wirklichkeit ist das Gift nicht wirksamer als das der Biene, für Allergiker besteht unter Umständen ein erhöhtes Risiko. Das trifft aber im gleichen Maß auf Bienen und Wespen zu. Im Gegenzug sind Hornissen für uns sehr „nützlich“, da sie sehr viele Schädlinge wie Bremsen und Wespen vertilgen und als unsere Helfer zum Beispiel Meisen in nichts nachstehen.

Nähert man sich ruhig und besonnen einem Hornissennest hat man nichts zu befürchten und kann diese faszinierenden Tiere in Ruhe beobachten. Es gibt keinen Grund bei einem Nest im Garten besorgt zu sein, selbst Kinder lernen schnell die notwendigen Verhaltensweisen, um mit den Hornissen in guter Nachbarschaft und ohne Stiche zu leben. Später als die anderen Faltenwespen kommen die Hornissenköniginnen im Frühjahr aus ihrem Winterunterschlupf, meist einem morschen Baumstamm oder einem hohlen Baum. Anfangs stärken sich die Königinnen von der langen Winterruhe und jagen fleißig Insekten, dabei fallen ihnen auch einige Bienen zum Opfer. Diese kleine Zahl spielt für ein Bienenvolk keine große Rolle und wird auch den Honigertrag nicht beeinflussen.

Bei der anschließenden Suche nach einem geeigneten Platz für das Volk ist für so manche Königin der Sommer schon zu Ende. Die Königinnen bekämpfen sich um die besten Plätze erbarmungslos bis zum Tod, nur die Besten gewinnen. Das dient der natürlichen Auslese und darf nicht als brutal oder sonst wie nach menschlichen Maßstäben beurteil werden. Sobald die Königin einen geeigneten Platz für ihr Volk gefunden hat baut sie die ersten Waben aus zerkautem Holz und legt die ersten Eier. Die bald schlüpfenden Larven werden von der Königin gefüttert und schlüpfen nach etwa vier Wochen. Danach ist die größte Gefahr für das Volk gebannt, denn die Königin verlässt das Nest nun nicht mehr und kümmert sich nur noch um das Eierlegen und die Pflege des noch kleinen Volkes. In den ersten Wochen, bevor die ersten Arbeiterinnen schlüpfen, ist das werdende Volk noch in großer Gefahr: Viele Königinnen werden auf der Suche nach Nahrung für die ersten Larven Opfer von Fressfeinden.

Das Hornissenvolk wächst nun kontinuierlich und kann im Sommer bis zu sechshundert Tiere zählen. In dieser Zeit werden viele Kilogramm Insekten gefangen und der Gastgebende Gartenfreund kann die Früchte seiner Gastfreundschaft ernten, die Beobachtung faszinierender Tiere im Garten und gleichzeitig das Verschwinden unzähliger Plagegeister. Im sich ankündigenden Herbst werden immer mehr Eier mit Königinnen und Drohnen (Männchen) gelegt und der bevorstehende Untergang kündigt sich an. Sobald die Geschlechtstiere geschlüpft sind und das Nest verlassen, beginnt die Auflösung des faszinierenden Staatengebildes. Die Arbeiterinnen hören mit der Pflege der Königin und der Brut auf, die Königin stirbt. Nach und nach sterben die nicht mehr verpflegten Larven ab und auch die Arbeiterinnen gehen zu Grunde.
Vorher haben die Drohnen die Frischgeschlüpften Königinnen begattet und sind anschließend selbst gestorben.

Aber mit den Königinnen, die sich nun ein Winterquartier suchen, lebt das Volk im nächsten Jahr weiter und der ganze Zyklus beginnt von vorne. Vorausgesetzt wir geben diesen Tieren Raum zum leben und erhalten ihnen eine lebenswerte Umwelt.

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